Die Künstlersozialkasse oder Künstlersozialversicherung ist
eine bedeutende sozial- und kulturpolitische Errungenschaft die 1982 auf
den Weg gebracht wurde. Mittlerweile genießen über 110.000
Künstler und Publizisten Versicherungsschutz über die Künstlersozialkasse,
und ihre Zahl nimmt jährlich um rd. 5 % weiter zu. Die Künstlersozialversicherung
ist Ausdruck der Solidarität zwischen den Künstlern, Publizisten
und ihren Verwertern in unserem Sozialstaat. Sie ist darüber hinaus
ein wichtiges Element unserer Kulturpolitik. Künstler und Publizisten
können ihrer gestaltenden und schöpferischen Aufgabe besser
gerecht werden, wenn die Gesellschaft auch für sie Verantwortung
zeigt. Dazu gehört gerade für diesen besonders sensiblen Personenkreis
die soziale Sicherheit. Hier leistet die Künstlersozialkasse einen
wichtigen Beitrag, indem sie Schutz bietet vor den elementaren Lebensrisiken
Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Alter. Sie ist aus unserer Sozialordnung
nicht mehr wegzudenken.
Soweit der Grundgedanke der Sozialpolitik.
Die Realität zeigt leider immer wieder, dass gerade dieser sensible
Personenkreis mit dem Aufnahmeverfahren in die Künstlersozialkasse
so Seine Schwierigkeiten hat. Sei es die Definition von eigenschöpferischer
künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit bzw. die unterschiedlichen
Sichtweisen der Antragsteller und der Behörde, oder der rein formale
Weg, der bis zu 12 Monaten und mehr andauern kann. Die Einhaltung von
Formalien und Fristen entscheidet nicht selten über Beitragseinsparungen
von 2000.-€ bis 3000 .-€ einmalig und 100.- € bis 200.-€
monatlich. Der Versicherte kommt aus Unwissenheit häufig aber nicht
in den Genuss dieser Vorteile.
Das sind Beträge, die gerade Existenzgründern, die sich mit
der Selbständigkeit und den damit verbundenen unternehmerischen Grundsätzen
auseinandersetzen müssen, schon erhebliche Löcher ins Finanzkonzept
reißen.
2007 wurde die Praxis zu Wahrheitsgemässen Angabe von Einkünften
gegenüber der Künstlersozialkasse verschärft und immer
häufiger werden neben der reinen Abfrage des voraussichtlichen Einkommens
der Versicherten auch die Steuerbescheide der letzten vier Jahre angefordert.
Schlimmer aber noch trifft die unsinnige Fehlinterpretation, der Auftraggeber
die jetzt verschärfte Eintreibung der KSK-Abgabe. Deren Lobbyisten
fordern gleich mal die Abschaffung der Künstlersozialkasse. Auftraggeber
gehen her und reden den Freien ein, dass man wegen Ihnen jetzt mehr Kosten
habe und die Aufträge nur noch an GmbH's vegebe, da dann keine Abgabe
zu leisten sei. Wir erhalten Anrufe von Freien, deren Auftraggeber einfach
die Abgabe (seit 01.01.10 = 3,9%) vom Honorar abziehen.
Begründet ist dieses Missverständnis wie so oft in der schlechten
Kommunikation des Sachverhaltes um die Künstlersozialabgabe, die
bereits seit 01.01.1983 (bei Eigenwerbung betreibenden Unternehmen seit
1988) abzuführen ist. Wir registrieren nur heftige Beschwerden, Anti-KSK
Portale auf beiden Seiten: Versicherte, nicht Versicherte und Unternehmen
argumentieren mit der betriebswirtschaftlichen "Brille" und
übersehen dabei, dass es sich bei der Künstlersozialabgabe nicht
um eine personenbezogene Sozialabgabe handelt, sondern um eine Solidarabgabe
zur Finanzierung der besonderen Förderung der KSK-Versicherten handelt.
Die Abgabe muss daher auch generell erhoben werden um den KSK-Versicherten
bei der Auftragsvergabe nicht zu benachteiligen. Wer die Aufträge
an eine GmbH vergibt, wird die Abgabe in der Kalkulation der GmbH wiederfinden,
da ansonsten die GmbH diese Abgabe aus Ihrem Gewinn finanzieren müsste.
Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit der Betreuung und Beratung
von Freien Künstlern, Publizisten, Journalisten und Medienschaffenden
bei der Gestaltung des sozialen Netzes unter Einbeziehung der Künstlersozialkasse,
den entsprechenden Verwertungsgesellschaften, und Fördermitteln.
Existenzgründer und Medienprofis nehmen unsere professionelle Hilfe
immer häufiger in Anspruch, damit die eigentliche Profession nicht
unter langweiligem Papierkram leidet.
Oder lernen Sie den Verein Freie Wildbahn
e.V. kennen. Nehmen Sie kostenlos und unverbindlich Kontakt auf. Für
Mitglieder des Vereins werden u.a. kostenlose KSK-Beratungen durchgeführt.
Dieses ist eine kostenfreie Publikation von Freie Wildbahn.
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